Oxytocin 

Das Kuschelhormon



Wer kennt es nicht? Eine Umarmung, ein sanftes Streicheln über die Schulter, kuscheln mit dem Haustier oder ein berührendes Gespräch – und wir fühlen uns so richtig verstanden und pudelwohl. Mit dafür verantwortlich ist ein Hormon, welches uns schon von Geburt an begleitet: Oxytocin. Aber was macht dieses Hormon eigentlich in unserem Körper und welche Möglichkeiten gibt es, unseren Oxytocinlevel hoch zu halten?


Oxytocin ist auch als Bindungshormon bekannt. Auch Hebamme Barbara Pichler aus Radstadt ist das Hormon gut bekannt: „Oxytocin ist bekannt als Liebes – und Kuschelhormon, und es ist auch essentiell bei der Geburt eines Babys. Während der Geburt sorgt das Hormon, im Zusammenspiel mit anderen Hormonen und Botenstoffen für die Wehentätigkeit. Gerade der Wechsel zwischen Bewegung und Ruhephasen, die liebevolle Berührung des Partners, gemütliche Atmosphäre, gedimmtes Licht fördert die Ausschüttung von Oxytocin und begleitet die werdende Familie bei der Geburt und darüber hinaus.“

Nach der Geburt verstärkt das Hormon das Gefühl von Vertrauen und Bindung und hat so mitunter eine der wichtigsten Funktionen. „Die erste Berührung, der erste Blickkontakt mit dem Neugeborenen, das sind Momente die man nie vergisst und das fördert und trägt maßgeblich zu einer stabilen Mutter Kind Bindung bei. Auch beim Stillen hat das Oxytocin seine Finger mit im Spiel – es regelt den Milchfluss und ist quasi zuständig für die Milchlieferung zum Baby,“ fügt die Radstädter Hebamme hinzu. 


Kuscheln schützt vor Krankheiten

Oxytocin spielt eine zentrale Rolle bei der Ausbildung zwischenmenschlicher Beziehungen. Nicht ohne Grund wird es auch als „Kuschelhormon“ bezeichnet. Es verwöhnt uns mit wohligen Gefühlen nach einer freundschaftlichen Umarmung oder beim Sex. Als solches stärkt es das Vertrauen in Partnerschaften und die sexuelle Erregung. Es hilft uns nicht nur beim Stress abbauen, es verringert auch das Schmerzempfinden. Es führt außerdem dazu, dass wir uns entspannen und fördert so einen erholsamen Schlaf. Das Hormon stärkt zusätzlich sogar auch unser Immunsystem. Denn Hautkontakt hat zur Folge, dass vermehrt sogenannte „Killerzellen“ produziert werden. Diese werden aktiv, um Krankheitserreger wie etwa Viren abzuwehren. Menschen, die viel Nähe genießen, leiden deshalb seltener an Erkältungsinfekten und sind auch sonst weniger anfällig, wie Untersuchungen gezeigt haben.

Vertrauen und angenehme Gefühle

Ausgelöst durch angenehme Sinneswahrnehmungen setzt das Gehirn den Botenstoff frei. Als Neurotransmitter wirkt Oxytocin über das Zentrale Nervensystem. Man wird nachweislich empfänglicher für zwischenmenschlichen Kontakt und baust schneller Vertrauen auf. Dank Oxytocin gehst du auf Kuschelkurs. Beim Sex, insbesondere beim Orgasmus, wird eine größere Menge Oxytocin ausgeschüttet, was das angenehme Gefühl verstärkt.


Booster fürs Selbstbewusstsein

Außerdem macht Oxytocin gelassener und selbstbewusster. Der Grund: Der Wirkstoff hemmt die Produktion des Stresshormons Cortisol und aktiviert gleichzeitig das Belohnungssystem.

Ein chronischer Mangel an Oxytocin kann Studien zufolge ein Grund für Übergewicht sein. Das Hormon spielt eine wichtige Rolle bei der Fettverbrennung und sorgt zusammen mit anderen Botenstoffen dafür, dass du dich eher satt fühlst. Forscher nehmen deshalb an, dass Oxytocin dabei helfen könnte, abzunehmen.

„Wir empfinden Kuscheln und jeden Hautkontakt so wohltuend. Das erklärt auch warum unsere Kinder, wenn sie weinen und schreien, in den Arm genommen werden wollen. Nichts ist in einer Notsituation wohltuender als in den Arm genommen zu werden und so zu wissen, dass man nicht alleine ist,“ erklärt Barbara abschließend.


Liste mit Dingen, die das Immunsystem boostern:

  • Umarmungen
  • Kuscheln
  • Sex
  • Komplimente verteilen
  • Leckeres Essen
  • Angenehme Musik
  • Austausch mit lieben Menschen
  • Herzensgeschenke machen
  • Tiere streicheln
  • Selfcare Routinen
  • Meditation
  • Badewanne
  • Sauna
  • Massagen



Viel Spass beim Oxytocin – Tanken!!!

Wir alle lieben Körperkontakt, auch unsere Haustiere!