Aktivkohle - das neue Superfood
Holzkohle wird seit dem Altertum gegen Vergiftungen und Durchfall eingesetzt. Neuerdings ist Aktivkohle auch im Begriff sich einen Platz zwischen Superfoods wie Spirulina oder Chlorella zu erobern. Eine schönere Haut, einen besseren Atem, gesteigertes Konzentrationsvermögen – Aktivkohle wird so einiges an positiven Wirkungen nachgesagt. Handelt es sich nur um einen Hype oder ist was dran an den Aussagen?
Was ist Aktivkohle?
Aktivkohle wurde einer speziellen, reinigenden Behandlung unterzogen. Durch diese Behandlung verfügt sie über eine sehr große innere Oberfläche. Ein Gramm Aktivkohle hat eine Oberfläche von 500 bis 2000 Quadratmeter pro Gramm! Diese große Oberfläche, kombiniert mit einer feinen Mikrostruktur und feinen Poren, ist in der Lage verschiedenste Stoffe an sich zu binden. Diesen Vorgang nennt man Adsorption: Moleküle einer Flüssigkeit oder eines Gases reichern sich an der Oberfläche eines Feststoffes an.
Aber Achtung: Aktivkohle hat wenig mit herkömmlicher Kohle, die beim Grillen oder im offenen Kamin manchmal entsteht, zu tun. Die Oberfläche wird durch eigene Verfahren mittels chemischer Aktivierung oder durch Gasaktivierung so enorm vergrößert. Bei der Herstellung kann man die Porengröße und Struktur der Aktivkohle bis zu einem gewissen Maß bestimmen. Auf diese Weise können bestimmte unerwünschte Stoffe gezielt aus der Luft oder aus einer Flüssigkeit herausgefiltert werden.
Wirkungen von Aktivkohle
- Mögliche Anti-Aging Wirkung: Je freier der Körper von Giftstoffen, desto jünger wirkt er. Aktivkohle reinigt von toxischen Stoffen und Chemikalien, so wirkt auch die Haut jünger.
- Erhöht Konzentration: Morgens auf nüchternen Magen Aktivkohle, aufgelöst in ein Glas Wasser mit etwas Salz, steigert angeblich das Konzentrationsvermögen
- Zahn-Whitening: Zahnputzen mit Aktivkohlenpulver löst sogar hartnäckige Verfärbungen. Aber Achtung – Nach dem Putzen gründlich reinigen, sonst hat man schwarze Zähne!
- Essen bleibt länger haltbar: mit Aktivkohle wird CO2 aus der Luft absorbiert, wodurch man in der Industrie z.B. Äpfel länger aufbewahren kann
- Sie nimmt Gerüche auf: Ein Schälchen Aktivkohle im Kühlschrank nimmt unangenehme Gerüche auf, so riecht der Kühlschrank immer schön frisch
- Hilft bei Insektenstichen: Einfach etwas Aktivkohlepulver in Kokosöl auflösen und auftragen – eine halbe Stunde wiederholen, bis der Schmerz und der Juckreiz aufhört
- Vermindert Flatulenz und Blähbauch: Aktivkohle nimmt im Darm eingeschlossene Luft und Gas aus der Verdauung auf. Für den gewünschten Effekt soll man eine Stunde vor der Mahlzeit 500 mg Aktivkohle in einem Glas Wasser auflösen und trinken
- Wasserfilter: Mit Aktivkohle kann selbst unser sauberes Trinkwasser von den letzten Unreinigungen befreit werden und hilft, eingesetzt in Wasserfiltern, den Geschmack von Leitungswasser zu verbessern
- Schlechter Atem: In einem Glas lauwarmen Wasser auflösen und trinken: so hilft sie auch gegen morgendlichen schlechten Atem
- Gegen Durchfall: Die Kohle nimmt die schädlichen Stoffe im Darm auf und wird wieder ausgeschieden
- Gegen Vergiftungen: akute Vergiftungen und sogar eine Drogenüberdosis können mit Aktivkohle behandelt werden. Sie hilft jedoch nicht bei Vergiftungen mit Reinigungs- oder Lösungsmitteln. Hier würde die Vergiftung noch schwieriger zu behandeln werden
Auch Rosi Unteregger vom Konwaldhof in Altenmarkt weiß um die positiven Wirkungen von Aktivkohle Bescheid: „Hin und wieder haben wir auch Käse mit Aktivkohlenrinden am Bauernmarkt zum Verkauf, z. B. mit Bergkäse im Inneren. Das hat nicht nur gesundheitliche Vorteile, bereits in der Produktion gibt durch die Kohle viele Vorteile, die wir sehr schätzen.“
Aber wann sollte keine Aktivkohle verwendet werden? Zwei Stunden vor und zwei Stunden nachdem man Medikamente genommen hat, soll keine Aktivkohle verwendet werden, sonst würde man die Wirkung des Medikamentes enorm abschwächen bzw. neutralisieren. In Kombination mit bestimmten Medikamenten wie z.B. Antidepressiva soll überhaupt keine Aktivkohle verwenden werden. Gut ist sich vorab bei seinem Heilpraktiker, Arzt oder in der Apotheke über mögliche Kombinationen oder gegegebenenfalls Wechselwirkungen mit Medikamenten zu informieren.